DRK Rettungshundestaffel Sindelfingen

Ausbildung zum Mantrailingteam

Im Gegensatz zu einem Flächensuchhund, wird einem Mantrailer beigebracht einem spezifischen Geruch zu folgen und somit eine bestimmte Person aufzuspüren. Jeder Mensch hat seinen ganz eigenen Geruch und hinterlässt, durch das verlieren von kleinsten Hautpartikeln, eine „individuelle Spur“. Dieser Spur wird es dem Hund beigebracht zu folgen.

Für die Suche wird ein Geruchsgegenstand der gesuchten Person benötigt. Das kann ein Kleidungsstück, ein Handy oder auch ein Schlüsselbund sein. Dieser Gegenstand wird dem Hund vorgehalten und er nimmt die Spur auf. Entscheidend beim sogenannten „Geruchsbild“ ist es, dass NUR die gesuchte Person diesen getragen bzw. angefasst hat. Das Geruchsbild wird durch das anfassen von dritten Personen verunreinigt. Um ein gutes Geruchsbild zu bekommen, nimmt ausschließlich der Hundeführer (mit Handschuhe in eine wieder verschließbare Tüte) dieses an sich.

Der Hund sucht im Gegensatz zu einem Flächensuchhund an einer 10m langen Schleppleine ab dem Abgangsort der Person. Er läuft meistens im Joggingtempo, genau dem Geruch der gesuchten Person nach. Das Team muss, je nach Verlauf des Trails, über Straßenkreuzungen, Einkaufsstraßen, Parkplätzen, Waldwege oder Wiesen suchen, bis die Person gefunden ist. Der Hund checkt bei jeder Weggabelung ab, wo lang es geht. Hier unterscheidet er auch von alten und neuen Spuren der gesuchten Person. Eine solche Suche ist für die Mantrailerteams eine unglaubliche Höchstleistung und diese wird je nach Wetterlage, Ort, Suchdauer, Distanz und Liegezeit der Spur noch verstärkt.

Beim Fund der gesuchten Person zeigt nun auch der Mantrailer wie auch der Flächensuchhund an, dass er auch die richtige Person gefunden hat. Dies geschieht durch Vorsitzen, Anbellen oder Ablegen. Auch beim Mantrailing wird der Hund mit Futter und Spiel für seine tolle Arbeit belohnt.

Die Ausbildung des Hundes und seinem Hundeführer ist extrem aufwändig. Nicht nur das 3-4 mal die Woche trainiert wird, nein im Training müssen die Spuren sehr unterschiedlich gelegt werden, z.B. in der  Stadt, auf dem Land, alte Spuren, frische Spuren, auf Bahnhöfen, in verkehrsreichen Zonen und an vielen anderen Orten. Der Hund lernt es sich nicht von anderen Dingen und Gerüchen ablenken zu lassen, der Hundeführer lernt es seinem Hund blind zu vertrauen und „Ihn machen zu lassen“.

Seit 2010 gibt es im DRK eine Prüfungsordnung für Mantrailer. Hier ist festgelegt, dass das Mantrailingteam unteranderem auf einer Strecke von ca. 2,5 km eine vermisste Person auffinden muss, um bei Einsätzen eingesetzt werden zu dürfen.

Wenn Du Dich  für das Training eines Mantrailing-Teams mal zur Verfügung stellen möchtest, dann melde Dich bei uns. Je unterschiedlicher und fremder die gesuchten Personen sind, desto lehrreicher ist es für das Trailing Team.